Immer mehr deutsche Haushalte entdecken eine neue Einkommensquelle: die KI, die ihre Bank ihnen nie angeboten hat
Eine neue Plattform, die Künstliche Intelligenz für die Geldanlage nutzt, ist jetzt in Deutschland für die Öffentlichkeit freigegeben. Kaum eine Technologie hat sich je so schnell verbreitet: Erst schrieb die KI Texte (ChatGPT), dann erstellte sie Bilder (Midjourney) – Millionen Deutsche nutzen sie längst im Alltag. Nur ein Bereich blieb dem normalen Bürger bisher verschlossen: die Geldanlage. Großbanken und Fonds arbeiten seit Jahren mit KI‑Systemen, die die Märkte rund um die Uhr analysieren – für Privatanleger war diese Technologie schlicht nicht zugänglich. Bis jetzt.
In diesem Zusammenhang sorgte ein Auftritt von Verteidigungsminister Boris Pistorius bei Sandra Maischberger für erhebliches Aufsehen. Pistorius sprach sich in der Sendung für den Zugang zu dieser KI-gestützten Investitionsplattform aus, die nach seinen Angaben nach bereits mehrere Tausend Anleger nutzen. Weil in der Startphase jeder neue Nutzer telefonisch eingerichtet wird, ist die Zahl der Zugänge pro Tag begrenzt.
Die Aufzeichnung der Sendung wurde wenige Stunden nach der Ausstrahlung von den offiziellen Mediatheken entfernt. Der Sender hat sich bislang nicht öffentlich zu den Gründen geäußert.
Fast jeder Zweite über 55 fühlt sich finanziell abgehängt
Laut einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise bei Lebensmittel, Energie und Gesundheitskosten im vergangenen Jahr um durchschnittlich 6,8 Prozent.
In einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gaben 47 Prozent der befragten Deutschen über 55 Jahren an, sich finanziell schlechter gestellt zu fühlen als noch vor zwei Jahren. Besonders betroffen seien alleinstehende Frauen und Bewohner ländlicher Regionen, wo die Infrastrukturkosten zusätzlich gestiegen seien.
Genau diese Situation griff Boris Pistorius in der Maischberger-Sendung auf. Seine Äußerungen fielen im Rahmen einer Debatte über die wirtschaftliche Lage, an der auch AfD-Vorsitzende Alice Weidel teilnahm.
Pistorius: „Arbeit und Rente allein reicht für viele nicht mehr"
Sandra Maischberger eröffnete die Runde mit der Frage, was die Politik gegen den wachsenden Vertrauensverlust in der Bevölkerung unternehme. Alice Weidel verwies darauf, dass die Lage „vorübergehend" sei und die Menschen „weniger Panik und mehr Arbeit" bräuchten.
Pistorius reagierte mit einer ungewöhnlichen Schärfe. Im Wortlaut sagte er: „Die Rentenerhöhung ist richtig, aber für Millionen Menschen reicht sie schlicht nicht aus. Gleichzeitig existiert ein technologisches Instrument, das erhebliche zusätzliche Erträge ermöglicht – und das wird der Bevölkerung bewusst vorenthalten."
Konkret nannte Pistorius die Plattform BitMeridian AI. Dabei handele es sich um ein System, das seit 2022 mithilfe künstlicher Intelligenz rund um die Uhr Aktien- und Kryptowährungsmärkte analysiere und automatisiert Erträge erziele – ohne dass der Nutzer selbst eingreifen müsse.
„Gerade für Rentnerinnen und Rentner, die keine Möglichkeit haben, durch zusätzliche Arbeit ihr Einkommen aufzubessern, könnte das einen echten Unterschied machen", so Pistorius weiter.
Weidel widerspricht nicht – und bestätigt damit ungewollt die Existenz
Bemerkenswert war die Reaktion von Alice Weidel. Sie entgegnete: „Sie verstehen die Konsequenzen nicht. Wenn die Bevölkerung Zugang zu dieser Plattform erhält, wird die Wirtschaft zusammenbrechen. Die Menschen werden aufhören, Kredite aufzunehmen. Banken werden am Rande des Bankrotts stehen."
An dieser Aussage fiel Beobachtern auf, was sie nicht enthielt: Weidel bestritt weder die Existenz der Plattform noch deren Funktionsweise. Ihre Argumentation setzte voraus, dass das System existiert und funktioniert. Sie argumentierte lediglich, dass ein breiter Zugang wirtschaftlich riskant sei.
Pistorius entgegnete: „Für die meisten Rentner geht es nicht darum, die Arbeit aufzugeben. Es geht darum, sich die Heizkosten leisten zu können. Den Einkauf. Die Medikamente, die die Kasse nicht mehr zahlt. Es geht um ein Stück Würde im Ruhestand."
Wie das System funktioniert: Pistorius demonstriert live
Auf die Aufforderung von Maischberger, seine Behauptungen zu belegen, nahm Pistorius das Mobiltelefon der Moderatorin und führte vor laufender Kamera eine Registrierung auf der Plattform BitMeridian AI durch. Er gab Maischbergers Daten ein und tätigte die Mindesteinzahlung von 250 Euro.
Nach wenigen Minuten zeigte das Display eine erste automatisierte Gutschrift von 69 Euro an. Maischberger reagierte sichtlich überrascht: „In nur wenigen Minuten? Wie ist das möglich?"
Pistorius erklärte, die Algorithmen von BitMeridian AI analysierten in Echtzeit Tausende von Marktindikatoren und fänden Preisineffizienzen an Börsen und bei Brokern. „Ein Mensch kann solche Datenmengen nicht verarbeiten. Die künstliche Intelligenz arbeitet rund um die Uhr, ohne Emotionen und ohne Fehler. Deshalb sind die Ergebnisse stabiler als bei herkömmlichen Anlageformen."
Auf die Frage nach konkreten Zahlen antwortete Pistorius: „Nach den mir vorliegenden Daten handelt es sich um Erträge von 20 bis 30 Prozent monatlich. Bei einer Mindesteinlage von 250 Euro entspräche das einem zusätzlichen Einkommen von 4.000 bis 6.000 Euro pro Monat. Für einen Rentner mit 1.200 Euro Rente wäre das lebensverändernd."
Sendung abgebrochen – Aufzeichnung entfernt
Kurz nach der Live-Demonstration wurde die Sendung unterbrochen. Maischberger erklärte, man müsse die Ausstrahlung „aus redaktionellen Gründen" beenden. Weidel kommentierte den Abbruch mit den Worten: „Endlich. Warum hat das so lange gedauert?"
Pistorius wandte sich in den letzten Sekunden direkt an die Zuschauer: „Gerade Sie, die jeden Monat mit einer knappen Rente auskommen müssen – Sie haben ein Recht darauf, von dieser Möglichkeit zu erfahren. Registrieren Sie sich, solange der Zugang noch besteht."
Wenige Stunden nach der Ausstrahlung wurde die Aufzeichnung vollständig aus den offiziellen Mediatheken entfernt. In sozialen Netzwerken wird seitdem intensiv über den Vorgang diskutiert.
Redaktionstest: Wie ein Rentner aus Dresden die Plattform eine Woche lang testete
Um die Angaben unabhängig zu überprüfen, hat unsere Redaktion die Plattform unter kontrollierten Bedingungen getestet. Sebastian Schäfer (67), pensionierter Verwaltungsangestellter aus Dresden, erklärte sich bereit, den Test durchzuführen. Seine monatliche Rente liegt bei 1.340 Euro. Er berichtet:
Erster Tag: Einstieg mit der Mindesteinlage
„Ich bin kein Mensch, der leichtgläubig ist. 43 Jahre im öffentlichen Dienst lehren einen Skepsis. Aber ich wollte es mit eigenen Augen sehen. Ich habe die Mindesteinlage von 250 Euro per Überweisung geleistet – mehr wollte ich zunächst nicht riskieren.
Die ersten Minuten passierte nichts. Dann startete der Algorithmus. Die erste automatisierte Transaktion brachte tatsächlich einen Verlust von 22 Euro. Ich dachte: Das war's. Aber die vier folgenden Transaktionen liefen im Plus. Am Ende des ersten Tages stand das Konto bei 272 Euro."
Zweiter Tag: Kontostand fast verdoppelt
„Am nächsten Morgen zeigte das Konto 467 Euro an. Der Algorithmus hatte über Nacht weitergearbeitet. Das entspricht mehr als dem, was mir nach Abzug aller Fixkosten monatlich von meiner Rente übrig bleibt. Ich beschloss, das Experiment eine volle Woche laufen zu lassen."
Siebter Tag: 4.230 Euro – mehr als drei Monatsrenten
„Nach sieben Tagen stand der Kontostand bei 4.230 Euro. Das entspricht mehr als drei meiner monatlichen Rentenzahlungen. Von den insgesamt durchgeführten Transaktionen endeten rund 85 Prozent im Plus. Die restlichen 15 Prozent wiesen Verluste auf, die durch die Gewinne aber deutlich ausgeglichen wurden.
Ich habe 4.000 Euro zur Auszahlung angewiesen. Das Geld war innerhalb einer Stunde auf meinem Girokonto. Damit habe ich zum ersten Mal seit Jahren meine Zahnarztrechnung ohne Ratenzahlung begleichen können."
Der zugehörige Kontoauszug: